„Die pinke Linie“ von Mark Gevisser

Mit Bezug auf Viktor Orbáns Ungarn hat sich in den letzten Wochen eine Debatte entsponnen, in deren Zentrum die Rechte von LGBT-Menschen stehen. Mark Gevisser, der Autor des Sachbuchs „Die pinke Linie“, würde diesen Kampf zwischen fortschrittlichen und konservativen Kräften als eine pinke Linie bezeichnen, die durch Europa, aber auch durch das Land Ungarn selbst verläuft. Solchen pinken Linien spürt Gevisser in seinem Buch mit viel Detailliebe und Sachverstand nach.

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„anders fühlen“ von Benno Gammerl

Benno Gammerl verfasst mit „anders fühlen“ eine besondere Geschichte der Schwulen- und Lesbenbewegung in der Bundesrepublik, indem er den Fokus auf die private und öffentliche Emotionsgeschichte der schwulen und lesbischen Menschen zwischen den 1950er und 1980er Jahren legt. Er wirft einen Blick auf das Leben dieser Personen auf dem Land und in der Stadt und zeichnet die Entwicklung der Schwulen-, Lesben- und Frauenbewegung nach, deren Rechte nicht so linear vorankamen, wie es bisweilen dargestellt wird.

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„You don’t look gay“ von Julius Thesing

Julius Thesings Comic- und Jugend-Buch „You don’t look gay“, das fast vollständig in einem Rosaton gehalten ist, erinnert in leicht zugänglicher Art daran, dass Homosexuellenfeindlichkeit auch in westlichen und europäischen Ländern nach wie vor ein Problem ist – sei es im Alltag oder in der Politik. Außerdem zeigt Thesings Comic beispielhaft, wie ein Coming-out-Prozess abläuft, und macht anderen Mut.

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„Die Wäscheleinen-Schaukel“ von Ahmad Danny Ramadan

Der Schriftsteller Ahmad Danny Ramadan ist 2012 von Syrien nach Kanada geflohen. Er legt mit „Die Wäscheleinen-Schaukel“ seinen ersten Roman vor: ein Werk über einen traditionellen syrischen Hakawati, einen Geschichtenerzähler, der mit seinem Partner vor dem syrischen Krieg nach Kanada geflohen ist. Das Buch erlaubt den Leserinnen und Lesern durch Rückblicke, in eine fremde Welt einzutauchen, ist aber auch geprägt von Traumata und von einer tiefen Trauer und Melancholie erfüllt, die über Strecken schwer verdaulich sind.

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14 Bücher zu schwulen und trans Personen zum IDAHOBIT

Am 17. Mai findet seit 2005 jährlich der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (kurz IDAHOBIT) statt. Er soll auf die Diskriminierung und Bestrafung von Menschen hinweisen, die durch ihre sexuelle Orientierung oder ihre Geschlechtsidentität von der Heteronormativität abweichen. Zu diesem Anlass stelle ich euch eine Reihe von lesenswerten Büchern vor, die sich mit schwulen oder Trans-Themen befassen.

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„Missouri“ von Christine Wunnicke

Der Albino Verlag veröffentlicht Christine Wunnickes Erzählung „Missouri“ neu: eine Geschichte über eine Zufallsbegegnung zwischen dem verfeinerten englischen Dichter Douglas Fortescue, der aus England in die Neue Welt fliehen muss, und seinem Entführer, dem Wild-West-Banditen Joshua Jenkyns. Die Pointe: Der Räuber ist von der Dichtung seines Opfers begeistert und verliebt sich daher in deren Urheber…

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„Kurzes Buch über Tobias“ von Jakob Nolte

Jakob Nolte schreibt mit „Kurzes Buch über Tobias“ einen ungewöhnlichen Roman über einen studierten Schriftsteller namens Tobias und dessen unerwartete Bekehrung zum christlichen Glauben. Außerdem erleben wir, wie Tobias mit einem anderen Mann namens Tobias zusammenlebt, der ein Kind von ihm möchte. Was an diesem vielschichtigen Text schwer zu verstehen ist, erläutert die Rezension.

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„Rückkehr nach Reims“ von Didier Eribon

„Rückkehr nach Reims“ erschien 2016 in deutscher Übersetzung – und gilt inzwischen als ein soziologischer Klassiker. In dem autobiographisch inspirierten Band analysiert der französische Soziologe und Philosoph Didier Eribon am Beispiel seiner eigenen Familie und seiner Herkunft aus der Arbeiterschicht so unterschiedliche gesellschaftliche Phänomene wie die Scham für die eigene Herkunft und Homosexualität, Homophobie, die Vernachlässigung der Arbeiterschicht durch die Linke und den daraus resultierenden Rechtsruck.

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„Portrait“ von Jürgen Bauer

Der österreichische Schriftsteller Jürgen Bauer hat sich mit seinen Romanen einen Namen gemacht. Sein neuer vierter Roman „Portrait“ zeichnet die Lebensgeschichte des Mannes Georg von dessen Kindheit bis ins Alter nach. Das Besondere: Statt Georg selbst kommen drei Menschen zu Wort, die ihn durch sein Leben begleitet haben und gut kennen – seine Mutter Mariedl, sein Geliebter Gabriel und seine Ehefrau Sara.

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Interview mit dem Schriftsteller Khaled Alesmael: „Al-Assad ist ein Faschist“

Khaled Alesmael ist ein syrisch-schwedischer Journalist und Schriftsteller. 1979 in Syrien geboren, studierte er Englische Literatur in Damaskus und arbeitete als Journalist sowohl in Syrien als auch in Europa. 2014 beantragt er Asyl in Schweden, wo er sein erstes Buch „Selamlik“ veröffentlichte, das 2020 auf Deutsch erschien. Im Interview spricht Alesmael über Homosexualität in Syrien, das Konfliktpotenzial seines Romans, den Krieg und die Politik des diktatorischen Machthabers al-Assad.

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