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Buchliste

Verlagsvorschauen im Frühjahr 2021 (Teil 1)

In der letzten Woche habe ich die Programme der größeren und kleineren, unabhängigen Verlage durchgesehen. Dabei ist eine natürlich subjektive Auswahl von Büchern herausgekommen, denen ich in diesem Frühjahr Aufmerksamkeit schenken möchte. Es sind Werke, die ich auch selber gern einmal lesen würde, weil mir Inhalt, Beschreibung, Aufmachung oder Ähnliches zusagen. Ich wünsche euch viel Freude mit meiner Vorschau auf die Frühjahrs-Veröffentlichungen!

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Comic & Graphic Novel Rezension

„Rhapsodie in Blau“ von Andrea Serio

Andrea Serio zeichnet eine Graphic Novel über den Faschismus in Italien und den Zweiten Weltkrieg zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die in leisen Tönen daherkommt. In blauen und braunen Farben komponiert er eine „Rhapsodie in Blau“, angelehnt an George Gershwins „Rhapsody in Blue“, die die Protagonisten auf der Flucht von Italien nach Amerika und zuletzt als US-Soldaten wieder zurück nach Europa führt. Dabei erleben wir Weltgeschichte am persönlichen Beispiel.

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Comic & Graphic Novel Rezension

„Frankenstein“ von Ralf König/Mary Shelley

Der Comic-Zeichner Ralf König hat in der Reihe „Die Unheimlichen“ des Carlsen Verlags eine Graphic Novel vorgelegt, die sich frei an dem britischen Schauerroman „Frankenstein“ von Mary Shelley orientiert. Ihm ist ein eigenständiges Werk gelungen, welches gattungstypische schaurige und für König typische humoristische Elemente verbindet.

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Literaturwissenschaft & Literaturgeschichte Rezension

„Auf der Suche nach Marcel Proust“ von Bernd-Jürgen Fischer

Der Linguist Bernd-Jürgen Fischer hat in den Jahren 2013 bis 2016 die Suche nach der verlorenen Zeit neu übersetzt – eine wahre Mammutaufgabe und Sisyphusarbeit, die vor ihm im deutschsprachigen Raum nur Eva Rechel-Mertens stemmte (inzwischen revidiert durch Luzius Keller). Erschienen ist die Neuübersetzung bei Reclam inklusive eines umfangreichen Handbuches. Nun ist, ebenfalls bei Reclam, ein von Proust-Kenner Fischer herausgegebenes 246-seitiges Album mit Bildern und Texten erschienen, welches sich an interessierte Liebhaberinnen und Liebhaber richtet, die einen Einblick in die Literatur, Familie, Freund- und Bekanntschaften des Meisters Marcel Proust erhalten möchten.

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Interview

Interview zu Rachildes „Monsieur Vénus“: „ein Vorläufer queerer Literatur“

Der Roman Monsieur Vénus der französischen Fin-de-Siècle-Schriftstellerin Rachilde ist seit einiger Zeit in deutscher Übersetzung erhältlich. Darin geht es um die wohlhabende Protagonistin Raoule de Vénérande, die im 19. Jahrhundert wie ein Mann auftritt und sich einen armen Künstler, Jacques Silvert, zur Frau nimmt. Wir haben mit den beiden Übersetzerinnen Alexandra Beilharz und Anne Maya Schneider über die Autorin Rachilde, ihren Einfluss auf andere Literaten und ihr Werk gesprochen.

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Rezension

„Portrait“ von Jürgen Bauer

Der österreichische Schriftsteller Jürgen Bauer hat sich mit seinen Romanen einen Namen gemacht. Sein neuer vierter Roman „Portrait“ zeichnet die Lebensgeschichte des Mannes Georg von dessen Kindheit bis ins Alter nach. Das Besondere: Statt Georg selbst kommen drei Menschen zu Wort, die ihn durch sein Leben begleitet haben und gut kennen – seine Mutter Mariedl, sein Geliebter Gabriel und seine Ehefrau Sara.

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Interview

Interview mit dem Schriftsteller Khaled Alesmael: „Al-Assad ist ein Faschist“

Khaled Alesmael ist ein syrisch-schwedischer Journalist und Schriftsteller. 1979 in Syrien geboren, studierte er Englische Literatur in Damaskus und arbeitete als Journalist sowohl in Syrien als auch in Europa. 2014 beantragt er Asyl in Schweden, wo er sein erstes Buch „Selamlik“ veröffentlichte, das 2020 auf Deutsch erschien. Im Interview spricht Alesmael über Homosexualität in Syrien, das Konfliktpotenzial seines Romans, den Krieg und die Politik des diktatorischen Machthabers al-Assad.

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Rezension

„Selamlik“ von Khaled Alesmael

Khaled Alesmael arbeitet als syrisch-schwedischer Schriftsteller und Journalist. Sein Debütroman handelt von dem schwulen Flüchtling Furat, der vor dem Krieg nach Schweden flieht und dabei mit der in seiner Heimat und der Flüchtlingscommunity geächteten Homosexualität zurechtkommen muss. Der Roman erschien auf Schwedisch und Deutsch, wurde aber ursprünglich in englischer und arabischer Sprache verfasst.

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Lyrikkabinett Poesie

Aus dem Lyrikkabinett: „Frauen | Lyrik. Gedichte in deutscher Sprache“ (Hrsg. Anna Bers)

Die Anthologie „Frauen | Lyrik“ (Hrsg. Anna Bers) widmet sich in mehr als 500 Gedichten und auf beinahe 900 Seiten der Lyrik von und über Frauen. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zu mehr Sichtbarkeit weiblicher Dichtung. Denn Dichterinnen waren in Gedichtsammlungen bisher regelmäßig unterrepräsentiert.

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Lyrikkabinett Poesie

Aus dem Lyrikkabinett: „Mein Name ist Ausländer“ von Semra Ertan

Semra Ertan war eine engagierte türkische Poetin und Arbeiterin in Deutschland. Im Jahr 1982 verbrannte sich die 25-jährige Frau aus Protest gegen den Rassismus in Hamburg. Zu ihrer Lebenszeit fand sie als Tochter von Einwanderern keinen Verlag, der ihre Werke veröffentlichen wollte. Die edition assemblage widmet der Dichterin nun posthum eine eigenständige Sammlung von ca. 200 Gedichten.