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Lyrikkabinett Rezension

Aus dem Lyrikkabinett: „Kafkaeske Poesie“ von Uwe Kraus

Uwe Kraus‘ Gedichtband „Kafkaeske Poesie“ strotzt vor poetischer Kraft und Willen. Der Dichter jongliert wie ein junger dichtender Artist mit Bildern, Worten, Zusammenhängen. Dabei berührt er die verschiedensten Themen des menschlichen Lebens und spart auch schwierige Gegenstände nicht aus.

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Lyrikkabinett

Aus dem Lyrikkabinett: „permafrost“ von Arne Rautenberg

Arne Rautenberg (Copyright: Birgit Rautenberg)

Arne Rautenberg, 1967 in Kiel geboren, lebt seit 2000 als freier Schriftsteller und Künstler in seiner Geburtsstadt. Er schreibt Gedichte, Essays, Kurzgeschichten, Romane und arbeitet für das Feuilleton. Sein literarisches Hauptbetätigungsfeld ist die Lyrik. Viele seiner Gedichte wurden in Schulbücher aufgenommen.

„permafrost“ ist ein Lyrikband, der sich irgendwo zwischen Alltäglichem, Naturbeobachtung, Abgesang auf das Religiöse und Technikkritik verortet. Der Titel „permafrost“ lässt unvermittelt an den Klimawandel denken, tauen die Permafrostböden durch die Erderwärmung doch immer häufiger auf.

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Lyrikkabinett Rezension

Aus dem Lyrikkabinett: „Barfuß vor Penelope“ von Volker Sielaff

Volker Sielaff
(Copyright: Harald Krichel)

Volker Sielaff, 1966 in der Lausitz geboren, lebt als Lyriker und Publizist in Dresden. Seit 1990 veröffentlicht er Gedichte, Essays und Kritiken. „Barfuß vor Penelope“ ist bereits sein vierter Lyrikband.

Dieser Gedichtband lebt teilweise davon, dass er eine ganze Myriade von abendländischen philosophischen und literarischen Traditionen aufgreift – von mythologischen Figuren wie Odysseus, Kirke über die im Titel genannte Penelope bis hin zu den Figuren der Orestie – und neu verbindet. Es kommt durchaus vor, dass Hochkulturelles neben Banalem und Gewöhnlichem steht. Einen gewissen Willen, hin und wieder mit besonders innovativen Kombinationen zu provozieren kann man dem Dichter nicht absprechen.

Zu Penelope, die ihren Frust /
wegwebt. Zu ihrer Lust auf den Bogen. Liebe zu Persern, Aischylos, /

zur Orestie. Zu Hannes Hegen, dem letzten Genie. Zum Spatz /
in der Hose, zur Umkehrosmose. Liebe zu jedem Nebenarm von Elbe /
und Spree, zu deinem Slip auf dem Kanapee.

Was die Form anbelangt, bleibt die Dichtung von Volker Sielaff weitgehend traditionell. Die Gedichte bestechen durch Binnenreime oder Kreuzreime, sie sind in Strophenformen, weitgehend Quartette, gegossen. Thematisch und motivisch deckt die Dichtung von „Barfuß vor Penelope“ eine sehr weite Bandbreite ab.

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Lyrikkabinett

Aus dem Lyrikkabinett: „was Petersilie über die Seele weiß“ von Alexandru Bulucz

Alexandru Bulucz: was Petersilie über die Seele weiß. Schöffling & Co.

Alexandru Bulucz, geboren 1987 in Alba Julia in Rumänien, legt mit „was Petersilie über die Seele weiß“ seinen zweiten Gedichtband vor. Mit 13 Jahren wanderte er mit seiner Familie nach Deutschland aus. Nach Stationen in Bayern, wo er das Abitur erwarb, studierte Bulucz von 2008 bis 2016 in Frankfurt am Main Germanistik und Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft. Seit 2013 veröffentlicht er regelmäßig Lyrik in Zeitschriften und Anthologien.

Die poetischen Erfahrung merkt man dem vielschichtigen Lyrikband mit dem gewitzten Titel „was Petersilie über die Seele weiß“ an, in dem Erinnerungen, Gegenwartserfahrungen und Bilder aus den verschiedensten Lebensbereichen zusammenfließen. Gleich zu Beginn des Bandes wird in einem einleitenden Gedicht mit losem Programmcharakter – passend zur titelgebendem Petersilie – festgelegt: „Digestion statt Diegese. Schreiben sei Verdauungsstunde, Darmkontrakt. Ich gehe prompt d’accord! Die Selbstverdauung schieb ich weiter vor mir her. Die Verwesung tritt ja schließlich nach dem Tode ein.“

Sowohl die Verdauung, vertreten durch kulinarische und digestive Metaphern, als auch der Tod, die Vergänglichkeit und die Religiosität haben in dem Gedichtband immer wieder ihren Auftritt.