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Comic & Graphic Novel Rezension

„Rhapsodie in Blau“ von Andrea Serio

Andrea Serio zeichnet eine Graphic Novel über den Faschismus in Italien und den Zweiten Weltkrieg zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die in leisen Tönen daherkommt. In blauen und braunen Farben komponiert er eine „Rhapsodie in Blau“, angelehnt an George Gershwins „Rhapsody in Blue“, die die Protagonisten auf der Flucht von Italien nach Amerika und zuletzt als US-Soldaten wieder zurück nach Europa führt. Dabei erleben wir Weltgeschichte am persönlichen Beispiel.

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Comic & Graphic Novel Rezension

„Frankenstein“ von Ralf König/Mary Shelley

Der Comic-Zeichner Ralf König hat in der Reihe „Die Unheimlichen“ des Carlsen Verlags eine Graphic Novel vorgelegt, die sich frei an dem britischen Schauerroman „Frankenstein“ von Mary Shelley orientiert. Ihm ist ein eigenständiges Werk gelungen, welches gattungstypische schaurige und für König typische humoristische Elemente verbindet.

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Comic & Graphic Novel Rezension

„Unfollow“ von Lukas Jüliger

Mit „Unfollow“ zeichnet Lukas Jüliger die Graphic Novel, die thematisch die Fridays-for-Future-Bewegung aufgreift. Dabei treibt er die Intentionen der Protestbewegung auf die Spitze. Es handelt sich um eine turbulente Klima- und Umwelt-Protestgeschichte zwischen versierter Technik- und Social-Media-Nutzung im Dienst der Sache und etwas sektiererischer demonstrativer Rückkehr zur Natur.

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Comic & Graphic Novel Rezension Schöne Literatur

Graphic Novels zu Ludwig van Beethoven

2020 feiern wir den 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven. In diesem Beethoven-Jahr sind nicht nur zahlreiche Sondersendungen zu dem Ausnahmekomponisten über den Äther gegangen, sondern auch einige Graphic Novels erschienen, die sich mit seiner Person befassen. Wir stellen „Beethoven: Unsterbliches Genie“ (Carlsen, 2020) von Peer Meter und Rem Broo und „Goldjunge: Beethovens Jugendjahre“ (avant-verlag, 2020) von Mikael Ross vor.

Die beiden Werke sind allein schon deshalb sehr verschieden, weil sich beide einem anderen Zeitraum in Beethovens Leben widmen: Während „Goldjunge: Beethovens Jugendjahre“ sich, wie der Titel bereits sagt, Beethovens Kindheit, Jugend und ersten Jahren als Musiker in Wien zuwendet, wohnt man in „Beethoven: Unsterbliches Genie“ dem Tod des Komponisten bei und erfährt post mortem interessante Geschichten und Anekdoten aus seinem Leben.

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Comic & Graphic Novel Rezension

„Die Vunderwollen“ von Camille Jourdy

Camille Jourdy, 1970 in Chenôve, Frawiderstännkreich geboren, ist die Autorin der Graphic Novel „Rosalie Blum“ (Reprodukt, 2012), für deren abschließendes Kapitel sie 2010 auf dem Comicfestival in Angoulême ausgezeichnet wurde. Ihre neue Graphic Novel entführt uns in eine Welt der Wunder, Bizarrerien und Fabelwesen, in der ein tyrannischer Kater über die unterdrückten Untertanen regiert.

Ein wenig mutet „Die Vunderwollen“ wie eine moderne Umsetzung von Alice im Wunderland als Graphic Novel an. Denn los geht es damit, dass ein kleines Mädchen namens Jo sich beim Campingurlaub mit der Familie in den Wald davonstiehlt und dabei auf zwei Miniaturwesen stößt, die eine Krone tragen und auf winzigen Pferden reiten. Die beiden wollen sie zunächst abwimmeln, doch Jo bleibt ihnen hartnäckig auf den Fersen. Sie folgt ihnen durch einen dunklen Tunnel, der auf die Welt führt, wo die Fabelwesen hausen. Wer denkt bei dieser Geschichte nicht an das sprechende weiße Kaninchen, dem Alice durch einen Kaninchenbau folgt, woraufhin sie in ein Loch fällt und zum Eingang des Wunderlands gelangt?

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Comic & Graphic Novel Rezension Schöne Literatur

„Der Tod in Venedig“ nach Thomas Mann von Susanne Kuhlendahl

„Der Tod in Venedig“ von Thomas Mann ist eine klassische Novelle, um die man nicht umhinkommt, wenn man sich mit deutscher Literatur beschäftigt. Susanne Kuhlendahl hat die Geschichte um den Schriftsteller Gustav von Aschenbach und den von ihm geliebten Tadzio als Graphic Novel umgesetzt.

„Der Tod in Venedig“ erschien erstmals 1911 als Vorzugsausgabe, dann in der Literaturzeitschrift „Die Neue Rundschau“ und schließlich 1913 beim Fischer Verlag. Wie ein klassisches Drama ist die Novelle in fünf Akte gegliedert. Die Geschichte handelt von dem berühmten 50-jährigen Schriftsteller Gustav Aschenbach, der sein ganzes Leben auf Leistung ausgerichtet hat. Bereits als Kind hat er geschrieben, hatte keine Freunde, zeichnete sich sein Leben lang durch ungemeine Selbstbeherrschung und Disziplin aus. Für sein Werk „Friedrich“ über Friedrich von Preußen erhält er vom Fürsten den Adelstitel und darf sich fortan Gustav von Aschenbach nennen, worauf er wie auf seine übrigen Lebensleistungen sehr stolz ist.

Er lebt verwitwet in München, wo er eines Tages einen Spaziergang im Englischen Garten macht, der ihn bis zum Nordfriedhof führt. An der Aussegnungshalle steht ein fremder Mann in Reisekleidung und mit Basthut, der Aschenbach provokant anblickt. Der Protagonist wendet sich ab – und erlebt daraufhin „eine seltsame Ausweitung seines Inneren“, die sich zu einer Reiselust steigert. Von Aschenbach beschließt zu verreisen.

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Comic & Graphic Novel Rezension Schöne Literatur

„Die Buchhandlung der Wünsche“ von Shinsuke Yoshitake

Shinsuke Yoshitake hat mit „Die Buchhandlung der Wünsche“ eine Graphic Novel für „alle, denen Bücher die Welt bedeuten“, vorgelegt, ein Buch für Bücherfreunde, Büchernarren und Bibliophile. Denn er nimmt uns in diesem Comic mit in eine Buchhandlung, in der man alle möglichen Bücher über Bücher kaufen kann. Inhaber der Buchhandlung der Wünsche ist ein sympathischer Buchhändler mittleren Alters mit Halbglatze und Schnurrbart, der seine Kundinnen und Kunden freundlich bedient.

Wenn im Laufe des Buches immer wieder kleine Szenen inszeniert werden, bei denen Menschen verschiedenen Alters und Geschlechts – vom Kind über den Geschäftsmann bis zur älteren Dame oder zum älteren Herrn – in den Laden kommen, um nach Büchern zu bestimmten Themen zu fragen, antwortet der Buchhändler jedes Mal: „Und ob! Die haben wir!“ und legt sofort eine Auswahl von einigen Büchern auf den Ladentisch. Die Buchhandlung der Wünsche scheint also keine Wünsche offen zu lassen.

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Comic & Graphic Novel Schöne Literatur

„Ausnahmezustand“ von James Sturm

James Sturm, 1965 in New York geboren, hat mit „Ausnahmezustand“ (im Original: „Off Season“) eine Graphic Novel über die persönliche Seite des Wahljahres 2016 in den USA vorgelegt. Der Comic folgt dem Schicksal des Protagonisten Mark, der gerade eine heftige private Krise durchlebt – analog zu der Krise des Landes, welches dabei ist, Donald Trump zu seinem Präsidenten zu machen.

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Comic & Graphic Novel Schöne Literatur

„Der Umfall“ von Mikael Ross

Der Graphic Novel „Der Umfall“ wurde 2020 mit dem Max-und-Moritz-Preis des Erlanger Comic-Salons ausgezeichnet. Mikael Ross hat für den Comic zwei Jahre vor Ort in dem inklusiven Dorf Neuerkerode in Niedersachsen recherchiert, ehe er zur Feder griff. Genau diesem Dorf nähert sich Ross in seiner Graphic Novel auf einfühlsame Weise an, indem er den Alltag der Dorfbewohnerinnen und -bewohner mit Beeinträchtigung in Episoden darstellt, die mal komisch, mal tragisch, mal skurril sind. Die also die ganze Breite des Lebens abbilden.

Im Zentrum des Comic-Bandes steht der Protagonist Noël, der, wie sein Name vermuten lässt, an Weihnachten Geburtstag hat. Eigentlich kommt der junge Mann mit einer geistigen Behinderung aus Berlin. Doch als seine Mutter, liebevoll „Mumsie“ genannt, überraschend einen Schlaganfall hat („Schlag“ oder „Umfall“ genannt) und ins Koma („Koooma“) versetzt werden muss, wird ihm ein Vormund – der „Mann mit Bart“ – zugeteilt, welcher ihn in das Dorf Neuerkerode in Niedersachsen begleitet.

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Comic & Graphic Novel

„Die Ratten im Mäuseberg“ von Léo Malet, Emmanuel Moynot und François Ravard

Léo Malet/Emmanuel Moynot/François Ravard: Die Ratten im Mäuseberg. Schreiber und Leser.

Nach einem 1955 erstmals erschienenen Krimi des Schriftstellers Léo Malet haben der Zeichner François Ravard und der Szenarist Emmanuel Moynot den Comic „Die Ratten im Mäuseberg“ aus der Reihe um den Privatdetektiv Nestor Burma als Comic umgesetzt. Heraus kommt der neunte Fall des Schnüfflers Burma – ein kurzweiliger und unterhaltsamer Band mit überaus überraschendem Ende.