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Rezension

„Insel der verlorenen Erinnerung“ von Yoko Ogawa

Die japanische Schriftstellerin Yoko Ogawa verfasste mit „Die Insel der verlorenen Erinnerung“ eine Dystopie, in der die Erinnerungen auf einer namenlosen Insel nach und nach verloren gehen, solange bis kaum noch etwas übrig bleibt. Damit gelingt der Autorin eine eindringliche Parabel, die vor autoritären Tendenzen und Überwachungsfantasien warnt.

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Rezension

„Ich bin ein japanischer Schriftsteller“ von Dany Laferrière

Dany Lafferière: Ich bin ein japanischer Schriftsteller. Wunderhorn.

„[A]llen, die gern jemand anderes wären“, ist das neueste ins Deutsche übersetzte Werk von Dany Laferrière, „Ich bin ein japanischer Schriftsteller“, gewidmet. Eine passendere Widmung für dieses rasant erzählte Buch voller Witz und Ironie könnte es kaum geben. Denn das Buch handelt davon, dass ein seit Jahren in Kanada lebender Schriftsteller, der ursprünglich aus Haiti stammt, mit erstaunlichen Ähnlichkeiten zum Autor beschließt, von einem Moment auf den anderen ein japanischer Schriftsteller sein möchte.

Zunächst erklärt der Schriftsteller zu Beginn des Textes seinem Verleger, der Titel seines neuen, noch nicht geschriebenen Buches solle „Ich bin ein japanischer Schriftsteller“ lauten. Der Verleger willigt sofort ein und hält ihm den Vertrag zum Unterschreiben hin. Doch der Buchtitel ist kein bloßes literarisches Spiel. Von nun an möchte der haitianisch-kanadische Autor tatsächlich zum japanischen Schriftsteller werden.

Das ist genau auch meine Methode. Ich erfinde etwas und daran glaube ich.