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Rezension

„Hotel der Schlaflosen“ von Ralf Rothmann

Ralf Rothmann, geboren 1953 in Schleswig, erhielt für seine literarischen Werke zahlreiche Literaturpreise. Er hat sich durch Romane mit Schauplatz im Ruhrgebiet und in Berlin sowie durch Erzählungen hervorgetan. Sein neuester Erzählband, „Hotel der Schlaflosen“, versammelt elf Erzählungen von unterschiedlicher Länge, die an den verschiedensten Orten und zu verschiedenen Zeiten spielen.

„Fear is a man’s best friend“ lautet das Motto des Bands, ein Zitat von John Cale. Und tatsächlich ist es oft, aber nicht immer in dieser Sammlung von Texten die Angst, eine grundlegende Emotion und menschliche Erfahrung, die die Protagonisten antreibt, motiviert oder einschränkt.

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Literaturwissenschaft & Literaturgeschichte

Die Novelle am Beispiel Guy de Maupassants

Der Schriftsteller Guy de Maupassant (1850-1893) hat ein beachtliches Opus hinterlassen: Etwa 300 Novellen und sechs Romane, darunter „Ein Leben“ und „Bel-Ami“, schrieb er innerhalb von zehn Jahren, in den Jahren 1880 bis 1890. In diesem Beitrag soll es um Maupassants Erzählungen, die contes oder nouvelles, gehen. Nach einer kurzen Einführung in die Gattung Novelle werden wir einige der bekannteren Kurzgeschichten Maupassants, etwa „Boule de suif“ (1880) und „La parure“ (1884), vorstellen.

Mit seiner Novelle „Boule de Suif“, die im Rahmen des Sammelbandes „Les Soirées de Médan“ mit Erzählungen junger Autoren unter dem Patronat von Émile Zola erschien, wurde Maupassant 1880 mit einem Schlag berühmt. Maupassants Novelle erwies sich als das dominierende Werk dieses Buchs. Lange zwischen Lyrik und Erzählkunst schwankend, entschied sich Maupassant schließlich auch unter dem Eindruck der sehr positiven Reaktion Flauberts für das Verfassen kürzerer und längerer Erzähltexte.