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Rezension

„Der letzte Satz“ von Robert Seethaler

Robert Seethaler: Der letzte Satz.
Hanser Berlin.

Weil mir „Der Trafikant“ von Robert Seethaler gut gefallen hat, das Buch über die Freundschaft eines jungen Trafikanten und Sigmund Freuds im Wien des beginnenden Nationalsozialismus, habe ich mir auch das neue Buch vom Autor Seethaler gekauft: „Der letzte Satz“. Zwischen „Der Trafikant“ und „Der letzte Satz“ schrieb Seethaler zwei weitere Romane. Darin geht es – wie auch in „Der letzte Satz“ – um das Thema der Rückschau auf das Vergangene geht. „Ein ganzes Leben“ (2014) thematisiert das Leben des Andreas Eggerer in seinem angestammten Tal, das er nach vielen Jahren Revue passieren lässt. In „Das Feld“ (2018) erzählt Seethaler die rückblickend die Lebensgeschichten von rund zwei Dutzend toten Menschen.

Bei dem Rückblick bleibt Seethaler auch in „Der letzte Satz“, wie es schon im Adjektiv des Titels anklingt: Das Werk handelt von dem Komponisten Gustav Mahler, der von seinem nahenden Tod weiß. Er befindet sich auf einer Schiffsreise von New York nach Europa, die er fiebrig auf dem Deck der America verbringt. Währenddessen denkt er an die Geschehnisse aus der Vergangenheit zurück: Vom Urlaub in den Bergen mit seiner Familie über den Tod seiner Tochter Maria, seine Erfolge als Musiker in Wien und New York, eine Episode beim berühmten Bildhauer Rodin in Paris bis hin zu dem Scheitern der Ehe mit seiner Frau Alma, die aber dann doch weiter zu ihm hält.